Was bringt der (Wein-) Jahrgang 2013?

Das Weinjahr 2013 hat dem Großteil der Winzer in Europa Einiges abverlangt und insbesondere in Deutschland ist noch nicht sicher, wie es am Ende ausgehen wird.

Freuen können sich unsere Kollegen aus der Champagne, die in diesem Jahr eine Rekordernte eingefahren haben. 16% mehr als im Durchschnitt und 56% mehr als 2012! Zu verdanken haben das die Kollegen dem gnädigen Wetter: die Champagne blieb von Stürmen und Hagel weitestgehend verschont und die Trauben waren nur wenig von Krankheiten und Schädlingen befallen. Eric Rodez hält derzeit die Champagner Ernte in schönen Bildern fest: Facebook/Rodez/Ernte2013

Teilweise desaströs hingegen schaut es aus im Burgund: Dort gab es extreme Schäden, insbesondere rund um Beaune. Unser Winzer Domaine Dublere verzeichnete beispielsweise einen Ausfall von fast 80%! Und das nach einem extrem ernteschwachen Jahr 2012. Außerhalb von Beaune kann jedoch mit einem guten Jahrgang gerechnet werden. Derzeit ist die Ernte in vollem Gang. Eindrücke vVorort on Bill Nanson: BurgundyReport/vintage-2013/

Wir werden in der Woche vom18.11. im Burgund unterwegs sein und dort wie immer live von unseren Eindrücken berichten!

Aber nun zu Deutschland:

Dirk Würtz, Betriebsleiter bei Balthasar Ress und Weinblogger bringt derzeit regelmäßige Updates, von verschiedenen Weingütern, auf seinem Blog.

Sein Zwischenstand Mitte August: Bis jetzt ein extremes Jahr. Ein klassischer Frühling fand nicht statt. Dafür anschließend gleich Hochsommer. Die gesamte Entwicklung in den Weinbergen war einen Tick später. Die Blüte verlief relativ unregelmäßig und in manchen Lagen auch sehr spät und zwischendurch ist dann alles förmlich explodiert. Es gab Phasen, da kamen wir mit der Arbeit kaum hinterher. Die nächsten sechs bis acht Wochen werden über den Jahrgang entscheiden. Was die zu erwartende Erntemenge angeht, so sieht momentan alles ganz gut aus. Im Moment rechne ich allerdings hier bei uns mit einem Erntebeginn um den 11. Oktober.

Nä. Fazit Ende September: Durch den vielen Regen musste viel ausgedünnt werden, damit kein Fäulnisbefall stattfinden konnte. Viel Arbeit und Verlust, da einiges an Trauben aussortiert werden musste. Wenn das Wetter weiter mitspielt, können wir die Trauben spät und vollreif mit den besten Aromen ernten. So langsam aber sicher ist überall etwas Botrytis zu sehen.

Das Weingut von Racknitz schreibt uns am 07.10.13: In den letzten Jahren – mit Ausnahme des Jahres 2010 – waren wir um diese Zeit schon in der Weinlese. Aber in 2013 ist alles anders. Im Moment brauchen wir noch nicht einmal ansatzweise über das Thema „Weinlese“ nachzudenken, es scheint, als ob die gut 60 Liter Regen der letzten Tage sowohl den Geschmack als auch die Oechlse im wahrsten Sinne des Wortes verwässert haben. Was wir brauchen ist Sonne und Wärme, um Zucker aufzubauen und die Säurewerte auf natürlichem Wege zu reduzieren. Alle offiziellen Stellen sprechen schon wieder von einem „Entsäuerungsjahrgang“, aber ist es nicht so, dass viele entsäuerte 2010er keine Freude mehr machen? Wir warten weiter auf reifes Lesegut, haben Zeit und Geduld, die Trauben sind noch ganz schön gesund, die Blätter grün, so dass wir mit gutem Gewissen abwarten können. Hoffentlich können das auch unsere Lesehelfer, nicht dass wir dann bei der Weinlese ohne Unterstützung dastehen.

Es bleibt also weiter spannend und wir drücken den Kollegen und uns die Daumen, dass sie noch ein paar schöne Herbsttage bekommen!

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